SPD Kreiskonvent in der AWO Senioren Residenz in Neustadt/ Aisch

SPD Kreiskonvent AWO

Integration geht uns Alle an!

Unter diesem Motto lud der SPD Kreisverband Neustadt/ Aisch – Bad Windsheim zu seinem diesjährigen Konvent in die AWO Senioren-Residenz nach Neustadt/ Aisch ein. Dazu hatte die Vorstandschaft Constanze Eckart vom Unterstützerkreis Asyl aus Neustadt a. d. Aisch und Frau Sylvia Crane und Ruth Blumtritt aus der Flüchtlingshilfe aus Bad Windsheim eingeladen. Frau Eckart berichtete von den Anfängen in 2015. Damals gab es noch sehr viele Helfer, inzwischen hat sich deren Zahl reduziert, da viele Ehrenamtliche erschöpft sind und es ist schwieriger geworden, Helfer zu finden.

Constanze Eckart ist Familien-Patin einer palästinensischen Familie, die sie aus dem Flüchtlingsheim in der Franz- Schubert Straße kennt, welches sie auch seit Anfang der Flüchtlingskrise mit betreut. Es sind viele Behördengänge zu erledigen gewesen und stehen immer noch an. Durch diese Behörden Besuche habe sie selbst viel gelernt und viel Zeit investiert. Bei den Behörden durchlaufen Flüchtlinge verschiedene Instanzen, das sollten auch die Gemeinden und Städte wissen. Sind nämlich Bezirk oder Landkreis nicht mehr zuständig, reichen diese die Flüchtling an die Städte und Gemeinden weiter. Somit liegt es dann an den einzelnen Orten, mit den gestrandeten Flüchtlingen fertig zu werden.

Frau Sylvia Crane berichtete ebenso von ihren Behördengängen die sie mit den Flüchtlingen getätigt hat. Es wäre gut, wenn sich die einzelnen Ämter mehr vernetzen könnten, um den Asylbewerbern mehr Möglichkeiten der Hilfe zu geben. Leider ist es in manchen Fällen ein datenschutzrechtliches Problem, dass sich die einzelnen Behörden untereinander nicht verbinden können. Frau Crane und Frau Blumtritt berichteten auch, dass durch ihr Wirken am Landratsamt, nach mehrmaligem Anlauf, ein Bildungskoordinator entstanden ist. Diese Stelle wird vom Freistaat Bayern gefördert. Ohne den Ehrenamtlichen Einsatz wäre die Flüchtlingskrise nicht bewältigt worden sagte der Bezirks und Kreisrat Ronald Reichenberg und lobte das Engagement der Flüchtlings Helfer.

Karl- Otto Mollwitz erkundigte sich, wie viele Asylsuchende es bei uns im Landkreis gibt. Zurzeit sind ca. 500 anerkannte Flüchtlinge im Landkreis untergebracht ca. 500 Asylbewerber warten auf die Anerkennung. Sollte die aktuelle Sperre des Familiennachzuges ab März 2018 aufgehoben werden, sind noch mal ca. 400 anerkannte Flüchtlinge mehr im Landkreis zu erwarten. Es ist die Wohnungsnot, die den einzelnen Flüchtlingen zu schaffen macht. Auf dem Wohnungsmarkt sind insgesamt wenige Wohnungen zu finden und die wenigsten werden an Flüchtlinge vermietet. Aus der Diskussion schlug Klaus Rühs folgende Idee vor: Die Flüchtlinge in leer stehende Häuser oder Wohnungen in den Dörfern zu vermitteln. Frau Blumtritt erklärte, dass die Flüchtlinge nicht auf Dörfer wollen sondern in die Stadt. Sobald ein Flüchtling anerkannt ist, darf er aus dem Flüchtlingsheim ausziehen. Da die Möglichkeit, ein Auto anzuschaffen, zumeist in ferner Zukunft liegt, bleibt in unserem strukturschwachen Bereich wenig Alternative.

Auch sollte sich mit der Anerkennung was ändern. Hier gibt es Unterschiede unter den Asylbewerbern: Gruppen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit wie Syrer oder Iraker, die zumeist anerkannt werden, stehen z.B. Ukrainern gegenüber, die in der Regel nicht anerkannt werden. Es sollte von Seiten der Behörden mehr Möglichkeiten geben, dass sie Abstriche machen können bei den Asylsuchenden, die sich nicht um Integration bemühen. Integrationsstreben sollte hingegen honoriert werden. Ein großes Problem ist, dass es in Bayern keine Arbeitserlaubnis für die nicht anerkannten Asylbewerber gibt. Viele junge, unbegleitete Flüchtlinge möchten arbeiten, hätten eine Arbeitsstelle, bekommen aber keine Arbeitserlaubnis. Dies ist aus dem Bayrischen Integrationsgesetz entstanden.

Der Kreisvorsitzende Markus Simon fragte, was können wir, heruntergebrochen auf den Landkreis, für die Flüchtlinge tun? Constanze Eckart beantwortete die Frage so: jeder kann in das Asyl Café gehen, das nächste findet am 29.11.2017 von 14.00 Uhr bis 17:00 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum in Neustadt a.d.Aisch statt. Ab 14.11.2017 findet im Rahmen der „Offenen Tür“ jeden zweiten Dienstag im Lazarett in Neustadt a. d. Aisch „Spielen und Sprechen“ von 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr statt. Dort spielen Deutsche und Flüchtlinge Spiele, trainieren das Sprechen und lernen sich kennen. Oder man unterstützt sie im Rahmen der Nachbarschaftshilfe, die es in verschiedenen Orten schon gibt und kann sie z.B. zu Vereinen, die man selbst besucht, mitnehmen, oder zu Ausflügen.